Salwa Aleryani

Intending Probability

Salwa Aleryani, 1982 im Jemen geboren, öffnet den Betrachtern mit ihren Skulpturen und Installationen ein breites Assoziationsfeld. Ihre Werke erinnern vermeintlich an Arte Povera, dann wieder an die amerikanische Minimal Art,  sich aber konsequent jeder Kategorisierung. Immer jedoch steht das Material im Vordergrund, dem die Künstlerin große Bedeutung zumisst. Aleryani bedient sich vornehmlich alltäglicher Rohstoffe und Geräte, wie man sie in jedem Baumarkt bekommt, und verweist damit immer auch auf jene Dinge, die normalerweise aus diesen Werkstoffen entstehen. Obwohl die Formen ihrer Arbeiten im Grunde immer abstrakt bleiben, wecken sie Erinnerungen an Straßen, Gebäude, Städte – Situationen, wie sie uns tagtäglich im öffentlichen Raum begegnen.

Durch den oft imperfekten, unvollendet wirkenden Charakter der Arbeiten, den Aleryani bewusst inszeniert, verweist sie auf den Entstehungsprozess und gleichzeitigen Zerfall der Dinge. Erfüllt das Ergebnis die Erwartungen, wird es von Bestand sein? Auch wenn Aleryanis Werke unweigerlich an die vom Bürgerkrieg zerfressenen Städte ihres Herkunftslandes denken lassen, die Künstlerin wird nie konkret, gibt keine direkten Hinweise und schafft somit letztendlich universal gültige Bilder. 


The sculptures and installations by Salwa Aleryani, born 1982 in Yemen, prompt a vast range of associations in the viewer. Her works are evocative of arte povera, then again of American minimal art, but defy any categorisation. The artist places strong emphasis on the material which is of fundamental importance to her. In general, she uses basic everyday materials and devices available in any hardware store, thus always conjuring up the objects normally made from these materials. Although the shapes she creates essentially remain abstract, they nevertheless trigger memories of streets, buildings, cities—situations we encounter in public places day in, day out.

By intentionally giving her works an imperfect, unfinished look, Aleryani refers to the production process and at the same time to the decay of all things. Does the result satisfy expectations, will it last? Even if her works inevitably seem   of the war-ridden towns of her native country, this is merely suggested, it never becomes specific. Aleryani provides no direct clues and ultimately creates universally valid images.

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Herausgeber

Nicola Müllerschön, Christoph Tannert, Künstlerhaus Bethanien

Sprache

Englisch / Arabisch

ISBN

978-3-86206-538-7

Seiten

64

Format

21 × 25 cm

Einband

Flexibler Einband

Erschienen

März 2017