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Thomas Dillmann – ALPEN
Begegnet man den Bildern Thomas Dillmanns unvorbereitet, könnte man sie für Fotografie halten; in den großen Formaten vielleicht weniger als bei den überwiegenden kleinen. Seine Motive sind eher unspektakulär, vertraut als zufällige Wahrnehmung auf Autofahrten. Die Straße vor einem, Brücken, die man unterquert, oder solche über Flüsschen, die man flüchtig im Seitenfenster wahrnimmt, ein Haus am Hang zwischen Bäumen, eine Bank am Straßenrand, der Blick von einem Aussichtspunkt über die Weite der Landschaft bei einer kurzen Rast. Schwarz/weiß Fotos? Nein. Das Grün der Bäume spricht dagegen, auch wenn es ein eher graues Grün ist. Es scheint, als sei es die einzige Farbe. Seit Erfindung der Fotografie nutzen Maler diese als Skizzenblock, zunächst ausschließlich schwarz/weiß. Thomas Dillmann ist ein Landschaftsmaler, wenn man diese eher beschränkende Berufsbezeichnung einmal zulassen will. Er hat, so zumindestens erscheint es auf den ersten Blick, die Grisaille neu für sich entdeckt. In der Reduzierung auf einen Farbbereich erhält die Modulation dieser Tonigkeit eine besondere Bedeutung. Wohl deshalb hat sie über die Jahrhunderte immer wieder Maler fasziniert. In kleinen Schritten, mit akribischer Genauigkeit und in vielen Schichten mit letztendlich doch dem, eher versteckten, vollen Farbspektrum moduliert Thomas Dillmann seine plastischen, trotz der reduzierten Farbigkeit stimmungsvollen Landschaftsimpressionen. In der auf äußerste Präzision angelegten Wiedergabe verschwindet die Natur in einer Malerei, die dennoch keinerlei Ambitionen erkennen lässt, fotografisch genau sein zu wollen. „Landschaft zwischen Realismus und Abstraktion“ heißt die Ausstellung, zu der dieser Katalog erscheint, und genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich Thomas Dillmann mit seiner Malerei.
erschienen: 2008
48 Seiten, 22 Abbildungen
300 x 245 mm, fester Einband











