Anne Schülke: Wollen wir ins Boot?
innerhalb Deutschlands
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LEHREN UND LERNEN ALS AUFFÜHRUNGSKÜNSTE ist der Titel des „Mitmachbuchs“ des Fluxuskünstlers Robert Filliou, entstanden in der Zeit der Reeducation und demokratischen Neuaufstellung der Bundesrepublik Deutschland. Anne Schülke, bildende Künstlerin und Autorin, hat sich den bald sechzig Jahre alten Text neu vorgenommen und nach seinem aktuellen gesellschaftspolitischen Potenzial gefragt. Wie können und wollen wir in einer demokratischen Gesellschaft Kunst lernen? Wie könnten Lehrende und Lernende davor bewahrt werden, von wirtschaftlichen Interessen vereinnahmt zu werden? Wer oder was schützt angehende bildende Künstler:innen vor autoritären, antidemokratischen Tendenzen?
Schülke kommt in ihrer Selbstbefragung und im Gespräch mit Kolleg:innen der rheinischen Kunstszene zu dem Schluss, dass Demokratie und das Lehren und Lernen von Kunst in einer Demokratie immer noch etwas völlig anderes bedeuten könnten, als die gängige Praxis an Akademien und Kunsthochschulen demonstriert: „Freiheit braucht also Aufmerksamkeit, Bewusstsein und Praxisformen, die sie schützen – das meint keine Regulation oder Kontrolle. Diskriminierungssensible und auf Mitsprache ausgerichtete Praxisformen ermöglichen es, Verantwortung zu übernehmen.“
Anne Schülke lebt als Medienkünstlerin mit kuratorischer und publizistischer Praxis in Düsseldorf. Sie studierte Literaturwissenschaften und Philosophie und promovierte über Autofiktion. Ihre interdisziplinäre künstlerische Arbeit umfasst Texte, Videos, Scans, Installationen, Künstlerbücher und Audios. Ihre Arbeiten werden in Ausstellungen und im öffentlichen Raum gezeigt. Schülke initiiert regelmäßig Kooperationen – auch in internationalen Kontexten – und engagiert sich in der Lehre und Vermittlung von Kunst.









