Neuerscheinungen


 

Architektur im Gespräch

In den 1950er-Jahren errichtete das Land NRW auf den damals noch unbebauten Aaseewiesen in Münster die Pädagogische Akademie nach Plänen der Architekten Bruno Lambart und Günter Behnisch. Zeitgleich entstand das Rathaus Marl als Zentrum einer neu konzipierten Planstadt. Wir werfen in gleich zwei aktuellen Publikationen einen Blick auf das öffentliche Bauen im Nachkriegsdeutschland, würdigen das Lebenswerk des 2014 verstorbenen Lambart mit einer Monographie und widmen dem Rathaus Marl ein ungewöhnliches Fotobuch.

 

Im September war der Verlag Kettler mit der Präsentation beider Bücher zu Gast im Freihaus Münster. In der Reihe Freispiel sprachen die Herausgeber – Alexandra Apfelbaum und Moritz Kappen – über Utopie und Dystopie, über Funktion und Ästhetik von Architektur und die Frage, wie erhaltenswert Gebäude jener Epoche heute noch sind.


Fotobuch-Empfehlung

Mit dem Dummy Award zeichnet eine international besetzte Jury anlässlich des Kassler Fotografie Festivals jedes Jahr die besten, bislang unpublizierten, Fotobuch-Konzepte aus. Als Kooperationspartner
des Fotobookfestivals erscheinen im Verlag Kettler die Bücher der Erstplatzierten.
 

In diesem Jahr heißt der Preisträger Hugo Alcol. Sein Buch "Archipielago" gibt´s Anfang Oktober im Handel.

 

 

Worum geht´s:

Der Spanier Hugo Alcol war lange in der Musik-Szene unterwegs, bevor er den Auftrag erhielt, auf exklusiven Events Menschen zu fotografieren. Ursprünglich engagiert, um Party-Szenen abzubilden und dem Gastgeber Gelegenheit zu geben, sich selbst und sein Millieu glamorös zu inszenieren, entwickelte er stattdessen einen Blick dafür, die fotografischen Grundsätze von Reportage und Dokumentation über den Haufen zu werfen. Für seine Art der bildlichen Auseinandersetzung mit dem Luxus seiner Auftraggeber braucht es keine raffinierten Kniffe, keine digitale Nachbearbeitung und effektvolle Verfremdung der Motive. Um zu verschieben, was gemeinhin in dieser Gesellschaft seinen angestammten Platz hat und als Realität empfunden wird, braucht es nur das Gespür für den „richtigen“ Moment und die Gabe, Geisteszuständen und Atmosphäre einzufangen.

 

Das sagt Martin Parr:

"This enigmatic book is both a puzzle and a delight at the same time. As the photos show anything from a Spanish social event, to a weird woman with a rabbit and a dead rat floating upside down in a green pool. Although difficult to quite see what is going on, we are constantly drawn back in to try and understand the narrative and we are wanting to come back for another view. It gets under our skin, and that is a rare attribute."

 

Gestaltung von morgen

 

 

Plakate sind ein Medium der Straße, bestimmt für den Aushang im öffentlichen Raum. Als visualisierte Botschaft sind sie bestenfalls nicht bloß Werbemittel, sondern, für sich genommen, von künstlerischem Wert. Auch wenn sich das mediale Repertoire enorm erweitert hat und zwischen trendiger Leuchtreklame und allerlei Großbildschirmen in den Städten nur noch selten geklebte Poster auf Litfaßsäulen zu entdecken sind, das Plakat hat – egal ob Offset-Druck in großer Auflage oder Unikat – noch immer das Potential, Aspekte, die unser Leben bestimmen, zu Papier zu bringen. Das haben Plakate mit Büchern gemein und so ist es für uns als Kunstbuchverlag eine große Ehre, ab 2017 die 100 besten Plakate zu publizieren und an den Jahrbüchern mitzuwirken, die in ihrer individuellen Gestaltung selbst auch eine Weiterführung des Wettbewerbs in gedruckter Form darstellen. Irgendwie beruhigend, dass Papier eben doch noch immer ein sicherer Datenträger ist und hoffentlich auch bleibt.

In der Trägerschaft des Vereins 100 Beste Plakate e.V. wird seit 2002 einmal im Jahr ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem eine international besetzte (und jährlich wechselnde) Jury aus rund 2000 Einreichungen wegweisende Plakate aus dem Bereich Corporate Design, Werbung und Autorengrafik prämiert. Mit dem Ziel, nicht nur Spitzenleistungen zu prämieren, sondern die Vielfalt eines Mediums abzubilden ist der Verein längst zu einer unabhängigen Instanz geworden, die die kreative Leistung eines Genres fördert.

 

 

Das Erscheinungsbild zu 100 Beste Plakate 16 stammt von Yuan Wang, Studierender an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Wang, geboren 1988 in Jiangsu (China), hat bereits mit internationalen Preisen auf sich aufmerksam gemacht (TDC New York, Golden Bee  Moscow International Biennale of Graphic Design) und gehörte zu den Gewinnern von 100 Besten Plakate 15.

Das Jahrbuch 16

 

Nach den Ausstellungsstationen in Berlin, Essen und Nürnberg sind die 100 beste Plakate 16  Deutschland Österreich Schweiz derzeit auf dem Weg zur ersten Station in der Schweiz und werden dort im Rahmen des Luzerner Plakatfestivals Weltformat vom Samstag, 23.9.2017 bis zum 1.10.2017 in der Kornschütte gezeigt. Die weiteren Stationen sind La Chaux-de-Fonds und Zürich in der Schweiz und parallel das MAK in Wien.