
schön & streng
Die Macht des Ornaments
innerhalb Deutschlands
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Mit der Ausstellung und dem begleitenden Katalog schön & streng erkundet das Von der Heydt-Museum die Funktion und Bedeutung des Ornaments in der Kunst von der Klassischen Moderne bis heute.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erheben zahlreiche Maler*innen Farbe und Form zum eigentlichen Thema ihrer Bilder. Dabei erfüllen Wiederholungen und Muster keine dekorative Funktion, sondern sind Ausdruck des Wunsches, das Einfache und das Komplexe schlüssig miteinander zu verbinden. Zugleich werden über vermeintlich rein dekorative Formen auch zeit- und gesellschaftskritische Fragen gestellt, denn jedes Ornament hat seine Geschichte und aufgrund dieser Geschichte seine ganz eigene Bedeutung.
Der Ursprung und die Funktion von Ornamenten wurden unter anderem auf die Textilkunst sowie auf das Bedürfnis zurückgeführt, Flächen, Räume, Objekte und Architekturen zu beleben. Adolf Loos hingegen hielt die üppige Dekoration von Architektur und Gebrauchsgegenständen für schädlich, da für ihn die moderne Form an sich schon dem ästhetischen Anspruch seiner Zeit genügen musste.
Während Künstlerinnen wie Henri Matisse oder August Macke gemusterte Tapeten, Stoffe und Teppiche als exotisches Ornamentrepertoire in ihren Gemälden verwendeten, greifen zeitgenössische Künstlerinnen wie Nevin Aladağ heute auf tradierte Ornamente bestimmter Kulturkreise zurück, um gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln.
Die Publikation behandelt entsprechend eine große Spannbreite an Themen und Interpretationen: vom Ornament als mal dekoratives, mal spielerisches oder strenges Dekorationselement über serielle und abstrakte Verwendungen im Zuge der Konkreten Kunst und Op Art bis hin zu heutigen Fragestellungen der Repräsentations- und Kommunikationsfunktion von Mustern und Ornamenten im Kontext sich vermischender Kulturkreise.