
Ute Bartel: only half a picture
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Eigentlich ist Ute Bartel Bildhauerin. Allerdings schwingt sie längst nicht Hammer und Meißel, um verborgene Figuren aus dem Stein zu befreien, sondern nutzt vor allem das Medium der Fotografie, um Raum und Dinge zu erfassen und zu bearbeiten. So nimmt Ute Bartel ihre Umwelt mit künstlerischem Gespür für das Besondere im Unscheinbaren wahr, sensibilisiert für die Nuancen und Feinheiten nahezu belangloser Ausschnitte der Wirklichkeit, von Dingen, Orten und Situationen, die für viele irrelevant und nebensächlich erscheinen, die aber dank ihrer gestaltenden Umsetzung mittels Fotografie und bildhauerisch gedachter Transformation eine neue, sinnliche und poetische Wahrnehmung von Wirklichkeit erfahren - fixiert, justiert, verknüpft, gespiegelt, vergrößert, fragmentiert, strukturiert, montiert zu einer neuen Ordnung. So erweist sie sich doch als Bildhauerin, da sie ihre Fotos nicht stereotyp auf Fotopapier drucken lässt, sondern die Anmutung des Materials genauestens auf den inhaltlichen Transfer ihrer Werke abstimmt und den Raum als wesentlich mitdenkt. Wahrnehmung funktioniert immer nur als Fragment, in diesem Fall als Teilaspekt der durch die Kamera betrachteten Wirklichkeit - eben ‚only half a picture‘.